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Friday, August 14, 2020

Börse am 10. August: Sechs Punkte, die für Anleger heute wichtig sind - Handelsblatt

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Düsseldorf Der Dax zeigt sich unentschlossen, was die Fortsetzung der Rally betrifft. Am Donnerstag ging der deutsche Leitindex ein halbes Prozent schwächer bei 12.993 Punkten aus dem Frankfurter Börsenhandel und konnte somit die Marke von 13.000 Punkten nicht halten. Der MDax schloss knapp 0,3 Prozent im Minus, allein der TecDax schaffte ein Plus von 0,6 Prozent.

Ähnlich präsentierte sich der Handelstag in den USA, wo Dow Jones (minus 0,3 Prozent) und S&P 500 (minus 0,2 Prozent) nachgaben, während die Technologiebörse Nasdaq ein Plus von 0,3 Prozent verzeichnete.

Die Vorgaben aus Asien zeigten sich ähnlich uneinheitlich. So kommt auch der Dax am Freitagmorgen im vorbörslichen Handel noch nicht recht in Tritt und bleibt mit 12.988 Punkten knapp unter dem Schlusskurs von Donnerstag.

Nach der Zahlenvielfalt der vergangenen Tage geht es am Freitag allmählich ruhiger zu. Die Nachricht, dass Daimler in den USA einen Milliardenvergleich im Dieselskandal anstrebt, wird die Dax-Aktie sicher bewegen. Beim Autokonzern VW stehen aktuelle Auslieferungszahlen an.

Darüber hinaus geht es eher in den hinteren Börsenreihen mit Quartals- und Halbjahresbilanzen weiter, allen voran Hapag-Lloyd und Wüstenrot. Für Aufmerksamkeit könnte zudem der Börsengang des deutschen Impfstoffherstellers Curevac an der Nasdaq sorgen.

1 – Handel in den USA

Die US-Börsen haben am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 27.896 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,2 Prozent auf 3373 Punkte ein. Der technologielastige Nasdaq rückte dagegen 0,3 Prozent auf 11.042 Punkte vor.

Ein Kursplus beim iPhone-Hersteller Apple stützte die Nasdaq. Erste Anzeichen für eine Belebung am Arbeitsmarkt wurden am Gesamtmarkt positiv aufgenommen.

Börsianer hofften zudem weiter darauf, dass sich das Republikaner und Demokraten im Kongress auf ein Corona-Hilfspaket einigen, auch wenn die Gespräche derzeit in einer Sackgasse stecken. „Es sieht aber so aus, als ob der Markt beschlossen hat, optimistisch zu sein“, sagte Dan Eye, Chefstratege bei Fort Pitt Capital Group. „Das passt dazu, wie alles derzeit beurteilt wird – die Wirtschaftserholung, die Geschäftsbelebung, Impfstoffe.“

2 – Handel in Asien

Jüngste Konjunkturdaten aus China haben am Freitag die Stimmung der Anleger in Asien gedämpft. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte 0,2 Prozent schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index in Tokio verbuchte ein Plus von 0,1 Prozent. Er stieg auf 23.275 Punkte. Doch der breiter gefasste Topix-Index kam nicht recht vom Fleck. Er stand nahezu unverändert bei 1624 Zähler.

In China sind die Einzelhandelsumsätze im Juli überraschend gefallen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen sie um 1,1 Prozent ab, wie aus am Freitag veröffentlichten offiziellen Statistikdaten hervorgeht. Analysten hatten mit einem Anstieg von 0,1 Prozent gerechnet.

3 – Hapag-Lloyd mit Zahlen

Schon Mitte Juli hatte Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen Einblick gegeben in die vorläufigen Halbjahreszahlen der Hamburger Containerreederei. Am Freitag soll ein detailliertes Zahlenwerk folgen. Fest aber steht schon jetzt: Trotz Coronakrise schnitt Deutschlands größte Reederei besser ab als im Vorjahreszeitraum. So stieg das operative Ergebnis (Ebitda) von 0,96 Milliarden auf etwa 1,15 Milliarden Euro.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdiente Hapag-Lloyd mit rund 500 Millionen Euro ebenfalls mehr als ein Jahr zuvor, als 389 Millionen Euro erreicht wurden. Zwar sinkt derzeit die Menge an Schiffsladung – und damit der Umsatz. Aber der Einbruch beim Dieselpreis sorgt offenbar dafür, dass der Erlöseinbruch mehr als ausgeglichen wird.

4 – Auslieferungszahlen bei VW

Die Erholung auf den globalen Automärkten gibt Volkswagen neuen Rückenwind. Der Autokonzern dürfte die Corona-bedingte Verkaufslücke aus dem Frühjahr auch im Juli weiter verkleinert haben.

Bis Ende Juni lag der VW-Konzern bei den Auslieferungen um gut 25 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Mit einem guten Juli dürften es etwa 20 Prozent geworden sein. Vor allem China hilft. VW veröffentlicht die Juli-Zahlen am Vormittag.

5 – Daimler mit Milliardenvergleich

Der Autokonzern strebt für laufende Rechtsstreits in der Abgasaffäre in den USA einen Vergleich in Höhe von 1,9 Milliarden Euro an. Damit würde sich Daimler zumindest der zivilrechtlich anhängenden Verfahren im Dieselskandal dort entledigen.

In den Geschäftsbilanzen sind entsprechende Rückstellungen bereits vorgesehen. Am Freitag wird sich zeigen, wie die Märkte den Vergleich bewerten, der aber noch nicht in trockenen Tüchern ist.

6 – Wüstenrot mit Zahlen

Wie stark die Coronakrise den Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) im zweiten Quartal getroffen hat, zeigt sich am Freitag. Dann berichtet das Unternehmen über die zurückliegenden drei Monate.

Im ersten Quartal hatte Corona der W&W einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Bei vielen Konkurrenten fiel das zweite Quartal noch schlechter aus als der Jahresauftakt. Bisher sieht sich W&W zu einer konkreten Gewinnprognose für das laufende Jahr nicht in der Lage.

7 – Möglicher Curevac-Börsengang

Der Börsengang des Tübinger Biotechunternehmens Curevac, das an einem Corona-Impfstoff forscht, wird am Freitagabend (MESZ) in New York erwartet. Aus dem online abrufbaren Terminkalender der in der US-Metropole ansässigen Technologiebörse Nasdaq ging am Donnerstag hervor, dass am 14. August erstmals Aktien des Unternehmens öffentlich zum Verkauf angeboten werden sollen.

Die Firma hat einem Insider zufolge mit dem Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq 213 Millionen Dollar eingenommen. 13,33 Millionen Aktien wurden zu je 16 Dollar, also dem obersten Ende der Preisspanne zwischen 14 und 16 Dollar, ausgegeben, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag gegenüber Reuters sagte.

Das Geld soll Curevac zufolge unter anderem in die weitere Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und die Erweiterung der Produktionskapazitäten investiert werden.

Der Hauptinvestor von Curevac, SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, wird nach dem Börsengang die Kontrolle behalten. Seine Firma Dievini, die bisher Mehrheitseigentümer war, soll knapp 50 Prozent der Anteile halten. Die stattliche Förderbank KfW kommt dann noch auf knapp 17 Prozent und der Pharmakonzern GlaxoSmithKline auf gut 8 Prozent.

8 – EU-Konjunkturdaten

Die Europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht die Schnellschätzung zur Wirtschaftsleistung und zur Beschäftigung in der EU und im Euro-Raum des vergangenen Quartals.

Termine Unternehmen am 14. August

  • 07:00 Uhr, Deutschland: Varta, Q2-Zahlen
  • 07:00 Uhr, Deutschland: Adler Real Estate, Halbjahreszahlen
  • 07:00 Uhr, Deutschland: Klöckner & Co, Q2-Zahlen (Call 10.00 h)
  • 07:00 Uhr, Deutschland: Hella, Jahreszahlen (detailliert) (Telefon-Pk 9.00 h)
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Hapag-Lloyd, Q2-Zahlen (detailliert)
  • 07:30 Uhr, Deutschland: MVV Energie, Q3-Zahlen
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Aumann, Halbjahreszahlen
  • 10:00 Uhr, Deutschland: BayernLB, Q2-Zahlen
  • 10:00 Uhr, Deutschland: Va-Q-Tec, Hauptversammlung (online)
  • 10:30 Uhr, Deutschland: Wüstenrot & Württembergische, Q2-Zahlen
  • 11:00 Uhr, Deutschland: VW Auslieferungszahlen 07/20
  • Ohne Zeitangabe, Deutschland/USA: Eventuell Erstnotiz Curevac an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq

Termine Konjunktur am 14. August

  • 06:30 Uhr, Japan: Dienstleistungsindex 06/20
  • 08:45 Uhr, Frankreich: Verbraucherpreise 07/20 (endgültig)
  • 09:30 Uhr, Niederlande: BIP Q2/20 (vorläufig)
  • 10:30 Uhr, Portugal: BIP Q2/20 (vorläufig)
  • 11:00 Uhr, Eurozone: Handelsbilanz 06/20
  • 11:00 Uhr, Eurozone: Beschäftigung Q2/20 (vorläufig)
  • 11:00 Uhr, Eurozone: BIP Q2/20 (2. Veröffentlichung)
  • 14:30 Uhr, USA: Einzelhandelsumsatz 07/20 (vorläufig)
  • 14:30 Uhr, USA: Produktivität Q2/20 (vorläufig)
  • 15:15 Uhr, USA: Industrieproduktion 07/20
  • 15:15 Uhr, USA: Kapazitätsauslastung 07/20
  • 16:00 Uhr, USA: Lagerbestände 06/20
  • 16:00 Uhr, USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 08/20 (vorläufig)
  • Ohne Zeitangabe, Deutschland: Bundeswirtschaftsministerium Monatsbericht 08/20

Mit Agenturmaterial.

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August 10, 2020 at 11:55AM
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