
Dem Dax ist am Dienstag zum Start in den September wieder der Sprung über die Marke von 13.000 Punkten gelungen. Der Leitindex gewann bislang 0,72 Prozent auf 13.039,10 Punkte. Zu Wochenbeginn hatte der Dax unter 13.000 Punkten etwas schwächer geschlossen, im meist trägen Börsenmonat August aber insgesamt stark abgeschnitten.
Der MDax der mittelgroßen Werte rückte im frühen Dienstagshandel um 0,75 Prozent auf 27 660,08 Zähler vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg um 0,7 Prozent.
Martin Utschneider, technischer Analyst beim Bankhaus Donner & Reuschel, hält den Markt im Kampf um seinen Aufwärtstrend kurzfristig für hochsensibel und anfällig. Große Sprünge dürften angesichts der nachlassenden Konjunkturdynamik nicht drin sein, so der Experte. Für mehr Gegenwind sorgt auch der Euro, da sein Aufwärtstrend zum US-Dollar andauert. "Der starke Euro bereitet den europäischen Aktienmärkten Schwierigkeiten", erklärte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. Die Gemeinschaftswährung profitiere vom zurückgekehrten Vertrauen in die Europäische Union, während der Dollar wegen der expansiveren Geldpolitik in den USA unter Druck bleiben dürfte.
Wirtschaftsdaten aus China gaben den asiatischen Märkten keine kräftigen Impulse. Dort setzte sich in den kleineren und privat geführten Industrieunternehmen die Erholung nach dem starken Einbruch infolge der Corona-Krise fort, wie der Einkaufsmanagerindex des Wirtschaftsmagazins "Caixin" für August zeigte. Das Wachstum fiel so stark aus wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr.
Für Gesprächsstoff sorgen am Dienstag zudem die Einkaufsmanagerindizes für August, die am Nachmittag erwartet werden. Börsianer hoffen auf Anzeichen, wie schnell sich die Wirtschaft vom Corona-Schock erholt. Die Experten der Helaba erwarten allerdings keine positiven Überraschungen - "so könnte die konjunkturelle Zuversicht der Marktteilnehmer etwas gedämpft werden", heißt es.
Zudem legt die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose vor. Insidern zufolge geht sie davon aus, dass der Einbruch in diesem Jahr nicht so tief ausfällt wie bislang angenommen. Die Aussichten für 2021 würden dagegen etwas pessimistischer beurteilt.
Während sich der US-Leitindex Dow zum Wochenbeginn schwer getan hat, schwang sich die Technologiebörse Nasdaq am Montag zu neuen Höhen auf. Börsianer feierten Aktiensplits der beiden Nasdaq-Schwergewichte Apple und Tesla. Diese sollen die zuletzt auf sehr hohe Kurse gestiegenen Papiere nun auch für Anleger mit schmaleren Budgets erschwinglich machen. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0,96 Prozent auf 12.110,70 Punkte. Apple stand zwar mit einem Aufschlag von 3,4 Prozent an der Spitze des Leitindex Dow Jones Industrial. Dieser verlor dennoch in neuer Zusammensetzung 0,78 Prozent auf 28 430,05 Punkte.
Teamviewer profitiert von Zoom-Zahlen
Unternehmensseitig stehen die Aktien von Rocket Internet, Zalando, Deutsche Wohnen und Evonik im Blick. Rocket Internet verkündete am Dienstagmorgen den Rückzug von der Börse und will den Anlegern ein Angebot zum gesetzlichen Mindestkurs unterbreiten. Für die Aktie ging es um 1,3 Prozent aufwärts. Ein Händler sagte, viele gingen davon aus, dass Rocket letztlich viel mehr zahlen müssten als die 18,57 Euro, die derzeit geboten seien.
Die Zalando-Papiere gewinnen im 3.6 Prozent und gehören damit zu den stärksten MDax-Werten. Händler verweisen auf eine Hochstufung von Goldman Sachs: Die Experten setzten die Papiere auf "Buy" von "Neutral".
Mit einem leichten Plus starteten die Aktien der Deutschen Wohnen in den Handel. Die Experten von Goldman Sachs stuften die Papiere auf "Sell" von "Neutral" herab. Die Papiere steigen um 0,2 Prozent.
Die Aktien von Evonik werden mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Die Auszahlung liegt bei 1,15 Euro je Aktie, der Schlusskurs vom Montag war bei 24,30 Euro. Am Dienstagmorgen sank das Papier um über 2 Prozent.
Zudem befügelte die Aussicht auf Aktienrückkäufe den Kurs von Freenet mit einem Plus von mehr als 1 Prozent. Der Telekomanbieter will für bis zu 100 Millionen Euro Aktien zurückkaufen.
Auch die Teamviewer-Papiere gewannen im Schlepptau starker Quartalszahlen des US-amerikanischen Videokonferenz-Unternehmens Zoom über 2 Prozent dazu. Zoom zählt wie Teamviewer zu den Gewinnern der Corona-Krise. JPMorgan hob das Kursziel für Zoom nun von 220 auf 425 US-Dollar an. RBC erhöhte es von 300 auf 450 Dollar.
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Euro steigt auf höchsten Stand seit Mai 2018
Der Euro ist am Dienstag im frühen Handel auf den höchsten Stand seit Mai 2018 gestiegen und nähert sich der Marke von 1,20 Dollar. In der Spitze kletterte der Eurokurs bis auf 1,1997 Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,1990 US-Dollar gehandelt. Damit setzt der Euro den Höhenflug der vergangenen Monate fort. Nachdem der Kurs im März - also zu Beginn der Corona-Krise - bis auf 1,0636 Dollar gefallen war, geht es seit Mitte Mai stetig aufwärts.
In den vergangenen Tagen sorgte die veränderte geldpolitische Zielsetzung der US-Notenbank Fed für eine Dollar-Schwäche. Die am Donnerstag der Vorwoche verkündeten Neuerungen könnten längerfristig zu einer höheren Inflation in den USA führen, erwartet Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Dies dürfte tendenziell den Dollar belasten. So verlor der Dollar zuletzt nicht nur im Vergleich zum Euro an Wert, sondern zum Beispiel auch zum japanischen Yen.
Ölpreise ziehen an
Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel unter anderem wegen des schwächeren Dollar zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 45,80 Dollar - das waren 52 Cent mehr als am Montagabend. Da Erdöl international bevorzugt in der amerikanischen Währung gehandelt wird, sorgt ein fallender Dollar oft für eine höhere Nachfrage von außerhalb des Dollarraums. Das verleiht den Ölpreisen häufig Auftrieb.
Zum Wochenauftakt war der Preis für ein Fass Brent im Mittagshandel bis auf 46,53 Dollar gestiegen und damit so hoch wie seit Monaten nicht mehr, bevor er im Handelsverlauf wieder etwas nachgab. Mit dem aktuellen Niveau hat sich der Brent-Preis aber deutlich von dem Corona-Crash erholt. Mitte April hatte ein Barrel der Sorte Brent zeitweise weniger als 16 Dollar gekostet. Trotz der Gewinne der vergangenen Woche liegt der Preis allerdings noch mehr als ein Drittel unter dem Niveau vom Anfang des Jahres, als ein Barrel der Nordseesorte noch mehr als 70 Dollar gekostet hatte.
Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg am Dienstagmorgen um 43 Cent auf 43,04 Dollar. Auch der WTI-Preis hatte sich zuletzt deutlich vom Tief im April erholt. Damals war der Preis für ein paar Stunden in den negativen Bereich gerutscht - das heißt Käufer haben Geld dafür bekommen, wenn sie Öl abgenommen haben. Grund dafür waren volle Öllager an der Westküste der USA, da die Nachfrage infolge der Corona-Krise zusammengebrochen war. Da zudem viele vollgeladene Tanker vor der Küste lagen, waren Verkäufer zeitweise bereit, Geld zu zahlen, nur um die Fracht loszuwerden.
Grundsätzlich befindet sich der Ölmarkt derzeit in einem Spannungsfeld zwischen Nachfragesorgen wegen der Corona-Krise und einem tendenziell steigenden Angebot. Für Letzteres ist der Ölverbund "Opec+" verantwortlich, weil er seit Anfang August seine Förderbremse wieder etwas gelockert hat. Grund ist die Hoffnung auf eine Beruhigung der Corona-Pandemie.
akn/dpa-afx, Reuters
September 01, 2020 at 01:44PM
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Börse am Dienstag: Leitindex hüpft über 13.000 Punkte - Euro bremst - manager magazin
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